Archiv für den Monat: März 2011

Au Pair

staubsauger

Ein neuer Helfer im Haushalt ist da, der roomba. Das ist ein Staubsaugroboter, von oben betrachtet pizzagroß, von der Höhe ist er eher calzonemäßig. Passt dennoch unter das Bett und die meisten Schränke.

Das Ding ist sehr interessant, die ersten Exkursionen beobachtet man interessiert, richtig Zeit spart man anfangs noch nicht. Die erratischen Fahrten verblüffen doch immer wieder, ein Muster ist nicht erkennbar. Der Roomba verfolgt eine Art Monte-Carlo-Approach, er fährt, bis er irgendwo aneckt, dann dreht er sich.

Lather, rinse, repeat.

Kollegen von ihm versuchen, über ausgefeilte Algorithmen Topologien zu erkennen, der Aufwand ist aber gar nicht nötig. Roombas Resultate sind richtig gut.

Auf einer höheren Ebene ist das kleine, pseudoautonome Gerät der Sisyphos im Sinne von Camus, der ob der Absurdität des Daseins weder Erkenntnis noch deren Annahme kennt und – hoffe ich – auch keine Revolte anzettelt. Der Phalanx aus roomba, Mikrowelle, Waschmaschine und Geschirrspüler hätte ich nichts entgegenzusetzen.

Es ist einfach schön, mit einem Tee in der Hand dem kleinen Staub- und Sinnsucher bei seinem kuriosen Weg durch die Welt zuzugucken.

shootout

rollski auf asphalt

Der Frühling naht, Skating macht Spass, ich lernte (für kleine Werte von Lernen) es letzten Winter. Also suche ich eine Sommerbetätigung, die dem recht nah kommt. Inliner sind es nicht, die sind viel zu schnell für den doch eher komplizierten Bewegungsablauf mit den Stöcken. Aber es gibt ja vereinzelnt Anbieter, die da Lösungen entwickeln.

Ein Gewinner steht noch nicht fest, trotz gut 100 Test-Km. Es fehlen auch noch eine Hightech-Carbon-Waffe aus Italien und ein finnischer Teilnehmer.

Initialzündung

zx81 detail

Der ZX81 wurde gerade 30. Mein erster personal computer – immerhin war er meiner. Meiner. Ganz allein. Und für einen Schüler gerade noch so finanzierbar, gut einen Monat Ferienjob als Hilfe beim Rosenveredeln hat er gekostet.

Damals faszinierten mich die Diskussionen, die entstanden, wenn ich verkündetet, dass ich den Fernseher und das Kassettendeck jetzt brauche. Die Folientastatur. Das übel unscharfe SW-Bild auf dem Fernseher. Die Streifen beim Laden/Speichern auf Kassette. Und, einen eigenen Computer zu besitzen. Das eingebaute Basic, Z80-Assembler und später dann FORTH. Und ein Spiel namens Gauntlet.

Heute sind es eher die grenzgeniale Verwendung ultraknapper Ressourcen, dieser Text ist länger als der in der Grundausstattung zur Verfügung stehende Speicher. Echt jetzt, ich zählte. 1K ist schon wenig, real blieb aber nur 2/3 übrig. Und ein Genie namens David Home schaffte es, Schach in 700 byte oder so zu implementieren. Inklusive Gui. Sort of.

Kudos.

Buchhänder, es gibt sie noch

buch

Neulich hatte ich in Dachau zu tun, auf dem Weg vom Schloß herunter kam ich an einer Buchhandlung vorbei. Offenbar eine der letzten Unabhängigen. Ganz Deutschland ist in Hand von Thalia et al., aber es gibt wohl noch Ausnahmen. Liebenswert sind auch die handgeschriebenen Preisschilder.
Unterstützenswert, also etwas kaufen. Es wurde dann Glattauers Fortsetzung seines email-Liebes-Romans Gut gegen Nordwind / Alle sieben Wellen.
Interessanterweise als Doppelausgabe günstiger als die Fortsetzung einzeln.
Ist übrigens leichte Kost, empfehlenswert nach Zahnextraktionen (getestet!).