Archiv für den Monat: März 2015

Verbrannte Sahne

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Ich mag sie ja gerne, die Crème brûlée. Ein französischen Küchenklassiker – daher auch recht einfach, gehaltvoll und superlecker.

Und man – ganz wichtig – darf mit Heimwerkerutensilien ein wenig Showküche betreiben. Ich verwende einen Hartlötkolben mit Gaskartusche.

Wichtig sind die flachen Tellerchen, die haben das perfekte Verhältnis von knuspriger Oberfläche und Tauchtiefe – diese ist nötig, damit die Crème gerade mal so stockt im Wasserbad. Tiefere Tiegel taugen tendentiell wenig, zu viel Flüssiganteil bleibt übrig und unten ist Rührei.

Hier das Rezept für vier Tellerchen:

* 200g Sahne (also ein Becher)

* 100g Zucker oder Stevia in passender Menge

* 1 ganzes Ei

* 3 Eigelb

* Inhalt einer Vanilleschote

Die Zubereitung ist einfach: Die Sahne mit dem Zucker verrühren, das Ei und die Eigelb unterrühren, das Mark der Vanilleschote auch, den Rest der Vanilleschote hineinlegen, das ganze ein paar Stunden (oder auch nicht, wenn es pressiert) stehen lassen, den Ofen auf Umluft 150° erhitzen, eine Fettpfanne leicht halbvoll mit Wasser füllen und ins Rohr schieben, die Masse langsam leicht im Topf gut handwarm erwärmen,  dabei manchmal rühren, die Vanilleschotenreste entfernen,  in die Förmchen umfüllen, diese dann ins Wasserbad stellen.

Nach 30 Minuten sollte die Masse etwas fest geworden sein, dann kalt stellen für mindestens eine Stunde – über Nacht geht auch. Außer es pressiert.

Dann Zucker über die Oberfläche streuen, ein Esslöffel pro Form darf es schon sein. Dann fängt die Gaudi an: draußen, fernab von entzündlichen Materialien, auf der Granitterrasse, z.B., in Abwesenheit von Menschen (besonders Kindern) und Viechern, im Vollbesitz der geistigen und körperlichen Kräfte, your milage may vary, do not try this at home, trained personnel only, yadayadaya…. darf der studierte Aushilfsklempner nun den kleinen Drachen zum Fauchen bringen. Damit fährt er langsam, erst aus 20 cm Abstand, dann näher kommend, über die Oberfläche, bis diese allmählich eine Bräunung annimmt.

Noch ein paar Minuten stehen lassen, Karamell ist furchtbar heiß und macht echt schmerzhafte Verletzungen bei Berührungen – besonders im Mund.

Vielleicht ein paar Himbeeren drauf, vielleicht ein Zitronenmelisseblättchen  – mehr auf keinen Fall.