Archiv der Kategorie: Bergsteigen

Kleinholz

Beim Abstieg aus dem Reintal kommt man bei der Skisprungschanze vorbei. Dort zerlegten gerade Taekwondo-Schulleiter Bretter und Ziegel mit den bloßen Händen. Zefix, das muss doch weh tun.

Schiarrvent – Fra li Monti

Der Nordteil der GR20 quer durch Korsika ist nun durchlaufen und -geklettert. Tolle Gegend, super Wetter, erstaunlich viele Bademöglichkeiten in den Gumpen. Die Hütten haben auch Zelte, die sollte man bevorzugen – weniger Schnarcher, Morgengruschtler und Bettwanzen. Und kochen kann man da auch. Die Jungs von der Fremdenlegion machen den ganzen Weg in 7 Tagen, der aktuelle Rekord liegt bei 32 Stunden. Aber da bleibt wenig Zeit, sich die Landschaft anzugucken und den leckeren Käse der Bergeries zu geniessen.

Bettwanzen

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen handelte es sich um Bettwanzen beim letzten Kaiser-Besuch. In statu nascendi sehen die Bisse noch harmlos aus, an den Händen werden die bei mir dann zu blutgefüllten Monsterblasen und verheilen dann nach 3 Wochen. Cortisonsalbe hilft ungemein.

Da ist Stlolm drauf

meinte das kleine Mädchen und deutete auf ihre Wienerwurst.
Ansonsten war es wunderbar, Traumwetter, tolle Berge.
„Einmal schon“ als Antwort auf die Frage, ob das Wasser trinkbar sei, ist ganz groß.
Zwei netter Kölner, unsere Wege kreuzten sich immer mal wieder, setzten mir den Floh der GR20 ins Ohr.
Und ein netter Münchner Arzt, mit dem ich im Fastdunkeln auf dem Weg zur Hütte herumgefrotzelt habe („Du, des werd Dunkel. I woas scho was I glei drink. A Dunkels“ „Hob grod angrufen, de ham nur no oans. Und I bin schneller ois Du“) stellte er mir (er war wirklich schneller, aber es war das Ende eines langen Tages) ein Weißbier auf die Fußmatte der Hütte. Ein Huber. Er hatte ja ein wenig Mitleid mit den Freisinger Bauernbuam. Seine Worte.

Wir haben dann noch ein wenig gequatscht über das Gesundheitswesen…

 

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The spell is broken

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Vor zwei Jahren hatte ich zum ersten Mal richtig üble Knieschmerzen am zweiten Tag der Stubaier Hüttenrunde. Ich hatte es vielleicht auch übertrieben, zwei Etappen zusammengefasst sind schon weit. Diese Jahr ging es erstaunlich gut, im Alter wird man ja auch vorsichtiger.

Das Wetter war traumhaft. Es ist ja ein wenig wie auf dem Jakobsweg, man trifft die gleichen Menschen immer wieder. Dank Anna und Philipp aus Dresden weiß ich jetzt, was Flunkyball ist. Und dass es in der Tatra und in den Karpaten auch sehr schön sein soll.

Die Route: Neustift auf Starkenberger Hütte, von dort zur Franz-Senn-Hütte, dort zur Neuen Regensburger Hütte und dann über den Höhenweg zurück nach Neustift. Ideal für ein verlängertes Wochenende, schön abwechlungsreich. Und lecker, unten gibt’s Himbeeren, dann Walderdbeeren und dann Blaubeeren. Darüber dann nur Steine und tote Schafe.

Umdrehen

Letztes Jahr war es zu heiß, die Spalten zu weit. Dieses Jahr ein halber Meter Neuschnee und Wind um die 140 km/h. Ich habe die Frage, ob ich bei den Verhältnissen eine Skitour daheim gehen würde mit einem klaren Nein beantwortet. Michael wollte es probieren und kam nicht aus der Hütte raus. Ich hab derweil Tartiflette gegessen und ein ruhiges Doppelzimmer genossen.

Da sollte man tapfer sein und umdrehen. Und eine nette kleine Bergtour machen. Heute ging ich hoch durch ein Tal, am Talschluss lag viel Schnee. Die Spur war deutlich erkennbar. Dennoch sah ich,  wie ein von oben.kommender Mensch auf den mittleren Fels ausweichen wollte und dann 50 Meter runterrutschte. Nichts schlimmes passiert, sie konnte mit dem Pickel halbwegs den Kopf nach oben drehen. Ich habe sie dann rausgefischt und beschlossen, dieses Schneefeld nicht zu gehen. Also gingen wir zusammen runter, das nächste Schneefeld umkletterten wir. Nach einet Stunde des Parlierens auf Französisch stellten wir fest, dass sie Schweizerin ist und Deutsch doch für uns beide einfacher ist. 

Koasa

Pfingsten. Ein Garant für Dauerregen, weil da ja eigentlich Festivals sind. Dieses Jahr kam dann noch die koide Sofie und ihre Wetterbande dazu. Schön war es dennoch im wilden Kaiser. Nass, kalt, aber schön.
Und – die hübschesten Spanierinnen trifft man eben halt nur da.

Mit einem Kölsche Jong

DSCF4354_kran_blogStatt dem Mont Blanc gingen wir halt auf die Zugspitze. Die Tour durch das Höllental hat so ziemlich alles, was man so haben kann: Eine Klamm, zwei Klettersteige, leichte Kletterei und einen Gletscher. Die Hütte im Höllental hatte noch zu, daher war es ein langer Tag. Irgendwie ist da sowieso gerade Baustelle, oben am Gipfel steht ein Kran für die neue Gondel.

Am nächsten Tag haben wir noch kurz in den Jubiläumsgrat hineingeschnuppert und sind dann über Ehrwald abgestiegen. Der Schienenersatzverkehrsbus ließ uns freundlicherweise in Hammersbach aussteigen.

Der Michael hatte ein paar nette Sprüche auf Lager, als ich meine Beinschiene anzog, meinte er: „Die Seppels halten nix aus, mit 46 schon total kaputt“. Bei Aufstieg waren wir langsam durstig, er meinte, er würde jetzt sogar ein Alt trinken.

Zum Münchner Haus meinte er, das sei ja klar gewesen, dass das bei dem Namen nichts werden konnte, die Übernachtung war zu teuer, die Leute zu arrogant und das Bier schlecht. Dann konnte ich nicht widersprechen,.

Und dann wollte der Wirt auch noch 3 (drei!) Euro für einen Liter Wasser zum mitnehmen.

Die Nummer Zwei

DSCF4191_zugspitzpano_smNummer Zwei zu sein ist ja ein undankbarer Job. Der höchste Gipfel in Deutschland ist ja gut erschlossen, gut ausgeschildert, leicht besteigbar mit ein paar Hütten auf dem Weg. Und verfügt über Auf- oder Abstiegshilfen noch und nöcher.

Bei der Nummer zwei, dem Hochwanner, trifft alles das nicht zu. Man hat die Wahl zwischen einer grauslichen langen Kletterei aus dem Reintal oder einem nicht ganz einfach zu findenden Weg über viel Schotter mit ein paar leichten Klettereinlagen von Leutasch aus. Aber der Blick ins Reintal und auf die Zugspitze sind schon schön.